Rückblick auf mein erstes Bienenjahr

Das Bienenjahr ist im großen und ganzen vorbei und so bleibt Zeit einen Blick zurück auf das erste Jahr mit den Bienen zu machen. Auch einen Rückblick auf die Königinnenzucht 2014 werde ich machen aber dazu mehr in einem eigenen Artikel.

In dem Jahr hat sich viel getan und so weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Vielleicht damit, daß die Bienen von April bis August eine Menge arbeit machen. Mehr als ich ursprünglich gedacht habe. Das liegt sicher auch daran, daß ich als Anfänger für alles noch viel zu lange brauche und mir einfach die entsprechende Erfahrung fehlt. Aber es wird von mal zu mal besser.

Also, was hat sich getan? Ich habe meine Imkerei im Laufe des Jahres vergrößert. Begonnen mit einem Bienenvölkerkauf am Anfang des Jahres. Die Bienen saßen auf Rähmchen im österr. Einheitsmaß. Die passen zwar von der Breite in meine Zander Flachzargen aber ich kann nur jeden davon abraten Bienen zu kaufen die nicht am eigenen Beutemaß sitzen. Die Umstellung der ÖBW-Rähmchen auf meine Flachzargenrähmchen war ausgesprochen mühsam – für mich wie für die Bienen.

österreichische Breitwabe - ÖBW

Die Bienen haben den Rückschlag den die Umstellung brachte die gesamte Saison nicht wirklich aufholen können im Vergleich zu meinen ausgewinterten Völkern.

Ein aufregendes Erlebnis war für mich meinen ersten Bienenschwarm einzufangen. Er hing auf einem Ast der quer über eine Straße führt und natürlich genau in der Mitte der Fahrbahn. Sehr wahrscheinlich kam der Schwarm sogar von meinen eigenen Bienen. Ich konnte bei der folgenden Nachschau zwar nicht feststellen, daß ein Volk schwächer war aber durch die Nähe des Schwarmes zu meinem Bienenstandort halte ich es für sehr wahrscheinlich. Den Schwarm habe ich vom Baum in eine Ikea-Kiste geschüttelt und sofort in eine Beute eingeschlagen. Die Beute wurde mit zwei Zargen voller Mittelwände ausgesattet und kam für drei Tage in Dunkelhaft mit sofortiger Flüßigfütterung. Es ist irre wie schnell so ein Schwarm zwei Zargen voller Mittelwände komplett ausbaut. Nach der Dunkelhaft kam der Bienenstock an einen neuen Standort. Die Königin des Schwarmes wurde bei ihrem Hochzeitsflug offenbar von Buckfast-Drohnen begattet wie man an den Arbeiterinnen sehen kann.

Buckfast-Bastard

Als echtes Problem stellte sich im Laufe des Jahres der Transport der Beuten heraus. Ein normaler PKW ist dafür komplett ungeeignet. Die nächste Anschaffung wird also die Nachrüstung einer Anhängekupplung sein. Wie man am folgenden Video sieht ist der Weg zu einem Bienenstandort bei Nacht nicht immer einfach.

Sehr gut hat die Bildung von Brutablegern funktioniert. Derzeit gehen vier Völker in den Ablegerkästchen von Janisch in den Winter. Andere Ablegervölker wurden schon im Sommer in Beuten übersiedelt. Durch die 6-reihigen FZ Ablegerkästchen erhält man starke Völker aus den Ablegerkisten die nur noch vier weitere Rähmchen für eine volle Zarge benötigen. Sehr gespannt bin ich wie sich das Volk mit der ACA-Königin im kommenden Jahr entwickeln wird. Folgendes Daten aus dem Zuchtbuch habe ich zu der Königin erhalten:

ACA Lebensnummer: 99 314 13414 / 2014
ACA-LbNr. Mutter: 99 314 13401 / 10
ZW Honig: 122%
ZW: Gesamt: 133%
Rasse, Linie: Carnica, Troisek
ACA-LbNr. Drohnengroßmutter: 467/11
ZW Honig: 109%
ZW Gesamt: 102%
Belegstelle Höllental
Rasse, Linie Carnica Troisek 1075

Hoffen wir, daß das Volk gut über den Winter kommt.

Besonders genoßen habe ich die Zeit auf meinem Bienenstandort in Niederösterreich. Jedesmal wenn ich hinkam konnte ich neue Beobachtungen in der Natur machen. Reiher die unmittelbar vor mir aus dem Feld aufstiegen, Hasen denen ich so Nahe kam, daß ich fast draufpinkelte bevor sie weghoppelten. Wunderschöne Sonnenuntergänge.

Schade finde ich ein wenig, daß die Betreuung der Bienenvölker und das Fotografieren der einzelnen Schritte gleichzeitig so gut wie unmöglich ist. Mehr Fotos zu machen kommt für das kommende Jahr auf jeden Fall auf meine To-Do Liste!

Bienenarbeiterin am Finger

Was ich für kommendes Jahr unbedingt machen muß: Königinnen für den Herbst „auf Lager legen“. Einerseits für die Kehrschwärme, andererseits für die Fälle wo eine Königin bei der Honigernte oder bei der Bienenpflege abhanden kommt. Da muß ich mir aber noch was überlegen wie ich die Königinnen die ich dann doch nicht brauche über den Winter bringe. Im Apidea soll das – trotz Aufsatz – nicht wirklich gut funktionieren und der Königin nicht gut tun wie mir ein Bekannter Züchter aus eigener Erfahrung erzählt hat. Und ein oder mehrere Maxi-Plus Beuten mag ich mir auch nicht unbedingt anschaffen, das wäre ein zusätzliches Rähmchenmaß mit dem ich dann wieder herumhantieren muß. Und billig sind die auch nicht.

Geplant für kommendes Jahr habe ich schon einiges doch das erzähle ich in einem eigenen Artikel.

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten auf Rückblick auf mein erstes Bienenjahr

  1. Hans sagt:

    Hallo Ernst!

    Toller Bericht (wie immer). Ich freue mich schon auf Deinen nächsten Bericht.
    Ich habe Dich am Montag im Fernsehen gesehen 🙂
    In einem gewissen Bienenforum schreibst Du ja leider nicht mehr 🙁

    Die Anfahrt zu Deinen Bienen ist aber nicht „ohne“ 🙂

    Ich habe mein erstes Bienenjahr ohne Probleme hinter mich gebracht. Heute habe ich sogar eine Einladung zur „Steirischen Honigprämierung“ bekommen, obwohl ich eigentlich gar nicht mitmachen wollte. Ich habe meinen Honig in der Imkerschule untersuchen lassen und aufgrund der Labor-Werte meines Honigs bin ich eingeladen worden. Im Brief steht, dass ich eine Gold oder Silbermedaille bekomme (hängt von der Verkoster-Jury ab). Da war ich sehr überrascht.

    Nächstes Jahr werde ich mich auch der Königinnenzucht widmen.
    Ich bin auch am überlegen ob ich mir Ablegerkästchen kaufen sollte (habe Zander-FZ). Rentieren sich Ablegerkästen, oder könnte man die Ableger nicht in normale Beuten geben (wie in der Imkerschule Warth gesehen)?

    Liebe Grüße
    Hans

    • Ernst Buchmann sagt:

      Servus Hans!

      Freut mich, daß Dir der Bericht gefällt. 🙂

      Hach, noch jemand der mich im Fernsehen gesehen hat. Die Schwammerl haben mich ja als Ernst Buchinger vorgestellt. Wenigstens haben sie das Insert mit meinem Namen richtig gemacht.

      Das ist eine tolle Sache mit der Einladung zur „Steirischen Honigprämierung“! In welcher Imkerschule hast Du Deinen Honig untersuchen lassen? Ich habe meinen Honig ja auch untersuchen lassen wie Du vielleicht gelesen hast aber auf eine Medaille hat mich niemand eingeladen. 😀

      Zur Königinnenzucht kann ich Dir nur raten. Es ist wirklich eine sehr spannende Sache und macht auch viel Spaß. Und man lernt seine Bienen nochmal besser kennen kommt mir vor. Wenn ich dazu komme werde ich noch meinen Bericht über meine Königinnenzucht dieses Jahr schreiben.

      Betreffend der Ablegerkästchen: Schwer zu sagen ob sich die rentieren. Man könnte es genau so gut in normalen Beuten machen denke ich. Ich habe die Ablegerkistl auch für die Königinnenzucht verwendet als Starter, da fand ich sie recht praktisch. Und auch bei der Brutablegererstellung war es einfach weil die Bienen relativ schnell den Raum besetzen. Und mit dem Flugloch tut man sich leicht weil diese Rosette drauf ist und man damit verschiedene Möglichkeiten hat das Flugloch schnell sehr klein zu machen. Aber unbedingt brauchen tut man die wohl nicht. Pia Aumeier spricht ja von „1 Wabe ein Volk“ und die verwendet – wenn ich mich richtig erinnere – auch normale Beuten. Wäre interessant das auf die Liste an „to dos“ bzw. „to try“ zu setzen.

      Liebe Grüße
      Ernst

      • Hans sagt:

        Hallo Ernst!

        Ich habe meinen Honig von der steirischen Imkerschule untersuchen lassen. Vielleicht haben sie auch nicht genug Teilnehmer für die Honigprämierung? 🙂
        Wenn Du in die Steiermark auswanderst, bekommst als Begrüßungsgeschenk auch eine Medaille für Deinen Honig 🙂

        Ich freue mich schon auf Deinen Bericht zur Königinnenzucht 🙂

        Wahrscheinlich werde ich mir zwei Ablegerkästchen kaufen, zum Probieren.

        Liebe Grüße
        Hans

  2. Gerburgis sagt:

    Hallo Ernst,
    bin gerade zufällig auf Deinen Blog gestoßen und habe beim Stöbern festgestellt, dass wir einige Gemeinsamkeiten haben: wir imkern beide seit dem letzten Jahr; haben die Erfahrung gemacht, dass es mehr Arbeit und mehr zu wissen gibt, als wir dachten; fotografieren beide gerne (vielleicht kannst Du mir in Sachen Bienenfotografie Tipps geben) und schließlich bloggen wir beide darüber.
    Auch ich habe ein Jahr nach meinem Schwarmfang ein Resümee geschrieben: http://derbienenblog.de/?p=1050.
    Viele Grüße aus dem Münsterland/Nordrhein-Westfalen (D) nach Wien!
    Gerburgis

    • Ernst Buchmann sagt:

      Hallo Gerburgis!

      Stimmt, das sind tatsächlich viele Gemeinsamkeiten. Habe mir gerade Deinen schönen Blog angeschaut! Da schicke ich doch gleich mal ganz liebe, summende Grüße zurück ins Münsterland!

      Alles Liebe
      Ernst

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.